Ein dunkler Pkw fährt mit moderater Geschwindigkeit auf einer deutschen Autobahn.

Benzin sparen: So sinkt der Verbrauch im Alltag

Wer beim Tanken weniger ausgeben möchte, kann den Verbrauch oft ohne Fahrzeugwechsel senken. Entscheidend sind einfache, überprüfbare Maßnahmen: korrekter Reifendruck, wenig unnötige Last, weniger Kurzstrecken, vorausschauendes Fahren und ein angemessenes Tempo. Vor der nächsten Fahrt lohnt sich außerdem ein Preisvergleich. Aktuelle Informationen zur Preistransparenz bietet die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Bundesnetzagentur.

Den eigenen Verbrauch pro 100 Kilometer berechnen

Der Bordcomputer liefert einen schnellen Richtwert. Aussagekräftiger ist eine Rechnung über mehrere Tankfüllungen:

Verbrauch = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100

Beispiel: Werden 42 Liter nach 620 Kilometern nachgefüllt, ergibt sich ein Verbrauch von rund 6,8 Litern pro 100 Kilometer. Für einen fairen Vergleich sollten möglichst ähnliche Strecken, Temperaturen und Beladungen betrachtet werden.

Auch die Kosten lassen sich einfach bestimmen. Bei einem Preis von 1,80 Euro je Liter und 6,8 Litern Verbrauch kosten 100 Kilometer rund 12,24 Euro. Ändert sich der Verbrauch auf 6,2 Liter, sinken die Kosten bei gleichem Literpreis auf rund 11,16 Euro.

Diese Alltagsmaßnahmen können den Verbrauch senken

Maßnahme Worauf es ankommt Praktischer Check
Reifendruck prüfen Zu wenig Druck erhöht den Rollwiderstand Werte aus Betriebsanleitung oder Tankklappe verwenden
Last reduzieren Gewicht und Dachaufbauten erhöhen den Energiebedarf Kofferraum und Dachträger regelmäßig prüfen
Kurzstrecken vermeiden Kalte Motoren arbeiten häufig weniger effizient Wege bündeln oder zu Fuß und mit dem Fahrrad erledigen
Vorausschauend fahren Häufiges starkes Beschleunigen und Bremsen kostet Energie Abstand halten und früh vom Gas gehen
Geschwindigkeit anpassen Der Luftwiderstand steigt bei höherem Tempo deutlich Auf Autobahnen eine gleichmäßige Geschwindigkeit wählen
Klimaanlage bewusst nutzen Kühlung und Heizung können den Verbrauch beeinflussen Temperatur moderat einstellen und Fenster sinnvoll nutzen

Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Der passende Reifendruck steht meist an der Innenseite der Tankklappe, an der Fahrertür oder in der Betriebsanleitung. Kontrolliert werden sollte bei kalten Reifen, weil sich der Druck nach längerer Fahrt verändert. Maßgeblich sind die Angaben des Fahrzeugherstellers, nicht ein pauschaler Wert.

Zu niedriger Druck kann den Rollwiderstand erhöhen und das Fahrverhalten verschlechtern. Zu hoher Druck ist ebenfalls keine gute Sparmaßnahme, wenn dadurch Komfort, Bremsverhalten oder gleichmäßiger Reifenabrieb leiden. Nach dem Prüfen sollte die Anzeige des Reifendruckkontrollsystems berücksichtigt werden.

Benzin sparen: So sinkt der Verbrauch im Alltag

Unnötige Last und Dachaufbauten entfernen

Getränkekisten, Werkzeug, Sportausrüstung oder andere Gegenstände im Kofferraum erhöhen das Fahrzeuggewicht. Bei einzelnen Fahrten fällt der Effekt oft klein aus, über viele Kilometer summiert sich die zusätzliche Last jedoch.

Noch stärker kann sich ein leerer Dachträger oder eine Dachbox bemerkbar machen, weil sie den Luftwiderstand vergrößern. Solche Aufbauten sollten abmontiert werden, wenn sie nicht gebraucht werden. Das gilt besonders für längere Fahrten mit höherem Tempo.

Vorausschauendes Fahren spart Energie und schont das Auto

Wer weit nach vorne schaut, kann den Verkehr besser einschätzen und unnötige Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermeiden. Vor roten Ampeln oder stockendem Verkehr reicht es häufig, frühzeitig vom Gas zu gehen, statt bis zuletzt zu beschleunigen und anschließend stark zu bremsen.

Das bedeutet nicht, den Verkehr zu behindern. Sicherheitsabstand, klare Reaktionen und die jeweils geltenden Verkehrsregeln haben Vorrang. Auf Gefällestrecken sollte das Fahrzeug nicht unkontrolliert rollen. Moderne Fahrzeuge können beim Verzögern Energie zurückgewinnen, die genaue Wirkung hängt aber vom Antrieb und vom jeweiligen Modell ab.

Gleichmäßiges Fahren ist meist günstiger als ein ständiger Wechsel zwischen starkem Beschleunigen und Bremsen. Beim Schaltgetriebe hilft häufig frühes Hochschalten, sofern der Motor dabei nicht ruckelt oder ungewöhnlich belastet wird. Automatikfahrzeuge regeln den Gangwechsel selbst; hier wirken vor allem Tempo, Streckenplanung und eine ruhige Fahrweise.

Geschwindigkeit, Klimaanlage und Kurzstrecken richtig einordnen

Mit steigender Geschwindigkeit nimmt der Luftwiderstand deutlich zu. Deshalb kann eine moderate Autobahngeschwindigkeit den Verbrauch stärker beeinflussen als kleine Änderungen am Fahrstil in der Stadt. Eine feste Spargeschwindigkeit gibt es jedoch nicht: Fahrzeugtyp, Verkehr, Strecke und zulässiges Tempolimit sind entscheidend.

Benzin sparen: So sinkt der Verbrauch im Alltag

Die Klimaanlage benötigt Energie. Bei großer Hitze kann sie den Verbrauch erhöhen, besonders im Stadtverkehr. Sinnvoll ist es, ein aufgeheiztes Fahrzeug zunächst kurz zu lüften und die Temperatur anschließend moderat einzustellen. Bei höherem Tempo ist dauerhaftes Fahren mit weit geöffneten Fenstern wegen des zusätzlichen Luftwiderstands nicht automatisch sparsamer.

Kurzstrecken sind aus mehreren Gründen ungünstig. Der Motor und andere Fahrzeugteile erreichen häufig nicht ihre optimale Betriebstemperatur. Außerdem entstehen viele Kaltstarts, während die zurückgelegte Strecke kurz bleibt. Mehrere kleine Wege lassen sich oft zusammenlegen. Für sehr kurze Entfernungen können – abhängig von Wetter, Gepäck und persönlicher Situation – Fußweg, Fahrrad oder öffentlicher Verkehr eine Alternative sein.

Vor dem Tanken Preis und Strecke gemeinsam prüfen

Ein niedriger Literpreis allein entscheidet nicht über die günstigste Fahrt. Wer für eine kleine Ersparnis einen Umweg fährt, kann den Vorteil durch zusätzliche Kilometer wieder verlieren. Vor dem Tanken sollten deshalb Preis, Entfernung und ohnehin geplante Route zusammen betrachtet werden.

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe bei der Bundesnetzagentur veröffentlicht Informationen zur Preistransparenz bei Kraftstoffpreisen. Sie kann als Datengrundlage für einen aktuellen Vergleich dienen. Preise ändern sich, daher sollte der konkrete Stand unmittelbar vor dem Tanken geprüft werden. Eine Garantie, dass eine bestimmte Tankstelle dauerhaft günstiger bleibt, lässt sich daraus nicht ableiten.

Ein einfacher Sparplan für die nächste Fahrt

  1. Reifendruck nach Herstellerangabe prüfen.
  2. Kofferraum, Dachträger und Dachbox auf unnötige Last kontrollieren.
  3. Route planen und kurze Einzelwege möglichst verbinden.
  4. Vor dem Tanken den aktuellen Preis und einen möglichen Umweg vergleichen.
  5. Während der Fahrt Abstand halten, früh vom Gas gehen und gleichmäßig beschleunigen.
  6. Nach mehreren Fahrten den Verbrauch pro 100 Kilometer erneut berechnen.

Wer die Werte notiert, erkennt besser, welche Maßnahme im eigenen Fahrzeug tatsächlich etwas verändert. Ein Vergleich an unterschiedlichen Tagen bleibt allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, wenn sich Wetter, Verkehr, Beladung oder Fahrstrecke stark unterscheiden.

Der nächste sinnvolle Check ist daher eine Tankfüllung unter möglichst ähnlichen Bedingungen: aktueller Kraftstoffpreis, gefahrene Kilometer, getankte Liter und besondere Umstände wie Stau oder Anhängerbetrieb sollten festgehalten werden.

Quelle: Bundesnetzagentur

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