Im September rückt das Heimatmuseum Reutlingen ein Werk in den Fokus, das die zerstörerische Kraft des Feuers auf eindringliche Weise thematisiert. Der Holzschnitt „Dorfbrand“ von Wilhelm Laage aus dem Jahr 1898 bildet das Herzstück der aktuellen Reihe „Ein.Blick“ in die städtische Sammlung. Das Werk dient dabei nicht nur als künstlerisches Exponat, sondern als historische Reflexion über die existenziellen Ängste, die ein solches Ereignis für eine Gemeinschaft bedeutet.
Ein Werk zwischen Biografie und Expressionismus
Wilhelm Laage, der gebürtige Norddeutsche, fand in Reutlingen seine Wahlheimat. Durch seine Ehe mit der Reutlingerin Hedwig Kurz lebte er über zwei Jahrzehnte bis zu seinem Tod mit seiner Familie in der Stadt. Sein künstlerisches Schaffen ist tief in persönlichen Erfahrungen verwurzelt: Schon als Kind faszinierten und beängstigten ihn brennende Häuser. Diese frühen, prägenden Erlebnisse verarbeitete er in einer Bildsprache, die heute als bedeutendes Beispiel des frühen Expressionismus gilt.
Kunsthistoriker ziehen bei der Betrachtung der dramatischen Linienführung und der tiefen, kontrastreichen Schwarzflächen des „Dorfbrands“ häufig Parallelen zu Edvard Munchs ikonischem Werk „Der Schrei“. Laage gelingt es, die psychologische Dimension einer Katastrophe einzufangen, indem er das Feuer nicht nur als physisches Ereignis, sondern als emotionalen Ausnahmezustand darstellt.

Historische Mahnung an Reutlingen
Die Präsentation des Holzschnitts im September besitzt eine besondere historische Resonanz. Sie erinnert an den verheerenden Stadtbrand von 1726, der vor genau 300 Jahren weite Teile der Stadt in Schutt und Asche legte. Indem das Museum den „Dorfbrand“ von 1898 in diesen Kontext stellt, schlägt es eine Brücke zwischen der individuellen künstlerischen Verarbeitung und dem kollektiven Gedächtnis der Stadt Reutlingen. Die Ausstellung lädt dazu ein, über die Verwundbarkeit städtischer Strukturen nachzudenken, die über Jahrhunderte hinweg durch die Gefahr von Großbränden geprägt war.
Wichtige Informationen für Ihren Besuch
Für interessierte Besucherinnen und Besucher sind die wichtigsten Details zum Ausstellungsbesuch hier zusammengefasst:

| Kategorie | Details |
|---|---|
| Ausstellungsort | Heimatmuseum Reutlingen, 1. Obergeschoss |
| Laufzeit | Bis Ende September |
| Eintritt | Freiwillige Spende (Höhe nach eigenem Ermessen) |
| Begleitmaterial | Informationen zu Werk und Künstler vor Ort verfügbar |
Das Heimatmuseum bietet mit dem „Ein.Blick“ eine kompakte Möglichkeit, sich intensiv mit einzelnen Werken der Sammlung auseinanderzusetzen. Die Kombination aus historischem Bezug und künstlerischer Analyse macht den Besuch zu einer lohnenden Auseinandersetzung mit der Reutlinger Stadtgeschichte.
Quelle: City of Reutlingen News
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Redaktionelle Herkunft
Der Artikel basiert auf der offiziellen Mitteilung der Stadt Reutlingen zur monatlichen Sammlungspräsentation im Heimatmuseum.
- Abgleich mit der offiziellen Meldung der Stadtverwaltung Reutlingen
- Verifizierung der Ausstellungsdauer (September 2026)
- Einordnung der historischen Relevanz zum Stadtbrand 1726
- Quelle
- Stadt Reutlingen - Rathaus Aktuelles
- Umfang
- Reutlingen
- Aktualisiert
- 2026-08-21 10:09
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