Wer im Winter Heizkosten senken möchte, kann bei Raumtemperatur, Lüften und der Nutzung einzelner Zimmer ansetzen. Schon eine Absenkung um ein Grad kann den Energieverbrauch verringern; wie viel das ausmacht, hängt jedoch vom Gebäude, der Heizung und dem eigenen Alltag ab. Entscheidend ist, die Wohnung passend zu nutzen, statt überall gleich zu heizen.
Raum für Raum die passende Temperatur wählen
Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Überlegen Sie, wann und wie lange Sie ihn nutzen, und stellen Sie das Thermostat entsprechend ein. Häufig genutzte Wohnbereiche brauchen eine andere Einstellung als ein selten genutztes Gästezimmer.
- Wohnzimmer: Heizen Sie auf ein angenehmes Niveau, wenn Sie sich dort länger aufhalten. Nachts oder bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur niedriger sein.
- Schlafzimmer: Viele Menschen schlafen lieber in einem kühleren Raum. Lüften Sie vor dem Schlafengehen kurz und halten Sie die Tür zu wärmeren Räumen geschlossen.
- Küche: Kochen erzeugt zusätzliche Wärme. Beobachten Sie, ob die übliche Einstellung ausreicht, statt das Thermostat vorsorglich hochzudrehen.
- Bad: Für die Nutzung kann eine höhere Temperatur angenehm sein. Wenn der Raum danach abkühlt, achten Sie auf ausreichendes Lüften und vermeiden Sie dauerhaft feuchte Luft.
- Wenig genutzte Zimmer: Heizen Sie diese nicht völlig aus. Eine moderate Grundwärme kann helfen, starke Temperaturunterschiede und Feuchteprobleme zu vermeiden.
Die passende Einstellung ist von Wohnung zu Wohnung verschieden. Bleibt ein Raum trotz aufgedrehtem Thermostat dauerhaft kalt, liegt möglicherweise ein technisches oder bauliches Problem vor. Dann hilft weiteres Hochdrehen oft nicht; lassen Sie die Ursache prüfen.
Thermostatstufen richtig verstehen
Die Zahlen auf einem Thermostat stehen üblicherweise für Zieltemperaturen, nicht für eine Heizleistung, die durch besonders starkes Aufdrehen schneller wirkt. Eine höhere Stufe bringt den Raum daher nicht unbedingt schneller auf Temperatur. Stellen Sie die gewünschte Stufe ein und geben Sie dem Raum Zeit, sich zu erwärmen.
Auch eine bestimmte Stufe entspricht nicht in jedem Zimmer exakt derselben Raumtemperatur. Zugluft, Möbel, Vorhänge und die Lage des Heizkörpers können die Messung am Thermostat beeinflussen. Wenn Sie unsicher sind, messen Sie die Temperatur im Raum mit etwas Abstand zum Heizkörper.
Eine Absenkung um ein Grad ist eine häufig genannte Orientierung für weniger Verbrauch. Sie ist aber keine feste Spargarantie: Dämmung, Heizungsanlage, Außentemperatur und Nutzungszeiten verändern das Ergebnis. Wählen Sie eine Temperatur, die für die Bewohnerinnen und Bewohner angenehm bleibt.
Stoßlüften statt Fenster auf Kipp
Lüften Sie im Winter kurz und kräftig, statt ein Fenster lange gekippt zu lassen. Beim Stoßlüften wird die feuchte Raumluft ausgetauscht, während Wände und Möbel weniger auskühlen. Schalten Sie währenddessen das Thermostat herunter und schließen Sie das Fenster danach wieder.
Wie oft gelüftet werden sollte, hängt unter anderem von der Zahl der Personen, der Nutzung und der Feuchte im Raum ab. Besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen ist ein Luftaustausch sinnvoll. Wenn Fenster häufig beschlagen oder sich Feuchtigkeit an kalten Stellen sammelt, sollten Sie das Lüftungsverhalten und mögliche bauliche Ursachen prüfen.
Türen schließen und Heizkörper freihalten
Halten Sie Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen. So muss die Heizung nicht ständig Luft aus einem kühleren oder wärmeren Bereich mitheizen. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie einzelne Zimmer gezielt weniger beheizen.
Achten Sie außerdem darauf, dass Heizkörper ihre Wärme in den Raum abgeben können. Vorhänge, Verkleidungen und direkt davor platzierte Möbel können die Luftzirkulation behindern. Lassen Sie möglichst Platz vor dem Heizkörper und prüfen Sie, ob Vorhänge das Thermostat verdecken. Wird der Heizkörper ungleichmäßig warm oder gluckert er, kann eine technische Prüfung sinnvoll sein.

Tageszeiten und Abwesenheit einplanen
Wer tagsüber arbeitet oder regelmäßig außer Haus ist, kann die Temperatur während dieser Zeit senken. Das gilt auch nachts, sofern die Räume nicht zu stark auskühlen. Eine smarte Steuerung oder ein programmierbares Thermostat kann beim Einhalten fester Zeiten helfen, ist dafür aber nicht zwingend nötig.
Bei längerer Abwesenheit sollten Sie die Heizung nicht vollständig ausschalten. Wie weit die Temperatur abgesenkt werden kann, hängt von Gebäude und Witterung ab. In schlecht gedämmten oder feuchteanfälligen Räumen ist besondere Vorsicht angebracht. Achten Sie darauf, dass auch wenig genutzte Zimmer nicht dauerhaft kalt und feucht bleiben.
Häufige Bedienfehler vermeiden
Einige Gewohnheiten können den Verbrauch erhöhen oder das Raumklima verschlechtern:
- Das Thermostat auf die höchste Stufe zu drehen, damit der Raum vermeintlich schneller warm wird.
- Fenster im Winter lange gekippt zu lassen, während die Heizung weiterläuft.
- Heizkörper mit Möbeln oder schweren Vorhängen zu verdecken.
- Türen offen zu lassen, obwohl benachbarte Räume deutlich unterschiedlich temperiert sind.
- Selten genutzte Räume komplett auskühlen zu lassen und Feuchtigkeit nicht zu beachten.
Wenn Schimmel auftritt, sollten Sie nicht nur stärker heizen oder häufiger lüften, ohne die Ursache zu klären. Feuchtigkeit kann verschiedene Gründe haben, darunter bauliche Mängel oder unzureichender Luftaustausch. Bei wiederkehrendem Schimmel oder dauerhaft kalten Räumen ist eine fachkundige Prüfung sinnvoll.
Verbrauch mit der eigenen Abrechnung vergleichen
Prüfen Sie nach der Heizperiode Ihre Abrechnung und vergleichen Sie den Verbrauch mit früheren Zeiträumen. Beziehen Sie dabei ein, ob der Winter milder oder kälter war, ob sich die Zahl der Bewohner verändert hat und ob sich Ihre Heizzeiten unterscheiden. Ein einzelner Rechnungsbetrag zeigt nicht automatisch, welche Gewohnheit den Unterschied verursacht hat.
Für einen aussagekräftigeren Vergleich notieren Sie während der Saison gelegentlich Zählerstände oder Verbrauchswerte und halten Sie größere Änderungen im Alltag fest. So sehen Sie eher, ob eine niedrigere Einstellung oder kürzere Lüftungszeiten mit einer Veränderung einhergehen. Wenn der Verbrauch trotz angepasster Gewohnheiten ungewöhnlich hoch bleibt, lassen Sie Anlage, Abrechnung oder Gebäudezustand prüfen.
So starten Sie vor der Heizperiode
Gehen Sie die Wohnung Zimmer für Zimmer durch: Legen Sie fest, wann jeder Raum genutzt wird, prüfen Sie Thermostate und halten Sie Heizkörper frei. Vereinbaren Sie im Haushalt kurze Lüftungsroutinen und schließen Sie Türen dort, wo Sie unterschiedliche Temperaturen wünschen.
Beobachten Sie anschließend Raumtemperatur, Feuchtigkeit und Verbrauch, statt auf eine pauschale Sparzahl zu vertrauen. Bleiben einzelne Räume dauerhaft kalt oder tritt Schimmel auf, sollte die Ursache geklärt werden. So lassen sich Heizgewohnheiten anpassen, ohne Komfort und Raumklima aus dem Blick zu verlieren.
Quelle: Editorial research
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Quellenprüfung Einordnung
Die Hinweise beschreiben verbreitete Heizgewohnheiten; tatsächliche Einsparungen hängen von Gebäude, Heizungsanlage und Nutzung ab.
- Raumtemperaturen und Nutzung je Zimmer berücksichtigen
- Verbrauch über vergleichbare Abrechnungszeiträume prüfen
- Bei Schimmel oder dauerhaft kalten Räumen die Ursache fachkundig klären lassen
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-10-26 09:48
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