Ein nebliger Herbstweg mit herabgefallenen Blättern, der die kühlere Jahreszeit symbolisch darstellt.

Heizkosten im Herbst senken: So wirken Thermostat und Lüften

Wenn die Außentemperaturen sinken, steigt in vielen Haushalten der Heizbedarf. Wer die Raumtemperatur passend einstellt, Heizkörper freihält und richtig lüftet, kann den Verbrauch beeinflussen. Auch ein hydraulischer Abgleich kann helfen, die Wärme gleichmäßiger im Haus zu verteilen. Wie viel das im Einzelfall spart, lässt sich nicht pauschal sagen. Die folgenden Schritte helfen, Heizgewohnheiten zu überprüfen und eine Gas- oder Ölrechnung besser einzuordnen.

Thermostat passend zur Raumnutzung einstellen

Ein Thermostat regelt, bis zu welcher Temperatur ein Raum geheizt wird. Die Zahlen auf dem Drehknopf stehen für ungefähre Temperaturbereiche. Eine höhere Stufe macht den Raum nicht schneller warm, sondern lässt die Heizung länger bis zu einer höheren Zieltemperatur arbeiten. Es hilft daher, die gewünschte Stufe einzustellen und dem Raum Zeit zum Erwärmen zu geben, statt das Thermostat zunächst ganz aufzudrehen.

Häufig genutzte Räume können wärmer eingestellt sein als wenig genutzte. Welche Temperatur angenehm ist, hängt unter anderem von der Raumnutzung und dem persönlichen Empfinden ab. Beobachten Sie, wie sich die Temperatur in Ihrer Wohnung entwickelt, und passen Sie die Einstellung daran an.

Drehen Sie das Thermostat herunter, wenn ein Raum längere Zeit nicht gebraucht wird. Komplett auskühlen sollte er möglichst nicht: Das Wiederaufheizen kann dauern, und kalte Räume können Feuchtigkeitsprobleme begünstigen. Eine passende Einstellung ist deshalb ein Ausgleich zwischen tatsächlicher Nutzung und dem Wunsch, Räume nicht unnötig stark abkühlen zu lassen.

Heizkörper frei halten und kurz lüften

Möbel, lange Vorhänge oder Verkleidungen vor dem Heizkörper können die Wärmeabgabe behindern. Halten Sie den Bereich davor möglichst frei, damit sich die Wärme im Raum verteilen kann. Auch Thermostatventile sollten nicht verdeckt sein, weil sie sonst die Raumtemperatur möglicherweise nicht richtig erfassen. Wenn ein Raum trotz laufender Heizung nicht wie erwartet warm wird, prüfen Sie zunächst, ob Heizkörper und Ventil frei liegen.

Beim Lüften ist kurzes, kräftiges Lüften meist sinnvoller als ein dauerhaft gekipptes Fenster. Schließen Sie währenddessen das Thermostat, damit die Heizung nicht gegen die einströmende kalte Luft arbeitet. Danach schließen Sie das Fenster und stellen die gewünschte Temperatur wieder ein. So lassen sich Lüften und Heizen besser voneinander trennen.

Wann ein hydraulischer Abgleich infrage kommt

In einer Heizungsanlage soll das warme Wasser passend zu den Heizkörpern und Räumen verteilt werden. Bei einem hydraulischen Abgleich wird die Anlage fachgerecht so eingestellt, dass alle Heizkörper entsprechend ihrem Bedarf versorgt werden. Das kann besonders dann ein Thema sein, wenn einzelne Räume trotz aufgedrehter Heizung kühl bleiben oder andere schnell überhitzen.

Heizkosten im Herbst senken: So wirken Thermostat und Lüften

Ob ein Abgleich nötig ist und welche Einstellungen passen, sollte eine Heizungsfachkraft prüfen. Die Wirkung hängt von der Anlage und dem Gebäude ab; ein bestimmter Rückgang der Heizkosten lässt sich daraus nicht für jeden Haushalt ableiten. Beobachtungen zu unterschiedlich warmen Räumen können jedoch ein konkreter Anlass sein, die Anlage prüfen zu lassen.

Gas- oder Ölrechnung Schritt für Schritt prüfen

Ein niedrigerer oder höherer Rechnungsbetrag zeigt allein nicht, ob der Heizverbrauch gesunken ist. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Sie Verbrauch, Abrechnungszeitraum und Arbeitspreis getrennt betrachten. Ändert sich mehr als einer dieser Werte, lässt sich die Ursache der Gesamtsumme sonst schwer erkennen.

Gehen Sie die Abrechnung in dieser Reihenfolge durch:

  • Verbrauch: Vergleichen Sie die ausgewiesene Menge mit einer vergleichbaren Vorperiode. Ein längerer oder kälterer Abrechnungszeitraum kann den Verbrauch beeinflussen.
  • Abrechnungszeitraum: Prüfen Sie Anfangs- und Enddatum. Zeiträume unterschiedlicher Länge sind nur eingeschränkt vergleichbar.
  • Arbeitspreis: Sehen Sie nach, welcher Preis je verbrauchter Einheit berechnet wurde und ob er sich gegenüber der vorherigen Abrechnung geändert hat.

Erst wenn diese Angaben getrennt betrachtet werden, lässt sich besser unterscheiden, ob eine höhere Rechnung mit mehr Verbrauch, einem anderen Zeitraum oder einem veränderten Preis zusammenhängt. Die Rechnung gibt damit zugleich einen Anlass, die eigenen Heizgewohnheiten zu prüfen: Ein Betrag allein verrät noch nicht, welche Ursache entscheidend war.

Hinweise zum Heizen nachlesen

Die Verbraucherzentrale bündelt Informationen zu Heizen, Warmwasser und Energiesparen. Dort finden Haushalte aktuelle Hinweise, um einzelne Maßnahmen einzuordnen. Bei Unklarheiten zur Abrechnung können die Erläuterungen des Versorgers und die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale weiterhelfen; Fragen zur konkreten Heizungsanlage kann eine Fachkraft vor Ort prüfen.

Quelle: Verbraucherzentrale

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