Von der Dorfevents-Redaktion
Nur rund 300 Meter liegen zwischen dem früheren und dem neuen Zuhause der betreuten Stadttauben. Dennoch dürfen die Tiere nach dem Umzug vom Taubenschlag Lampertshof in das Parkhaus Bormannspfad am Saarbrücker Hauptbahnhof zunächst nicht ins Freie. Die Landeshauptstadt begründet das mit der ausgeprägten Standorttreue der Vögel: Ohne Eingewöhnung könnten sie zum alten Parkhaus zurückfliegen.
Der neue Standort soll die bisherige Betreuung ohne längere Unterbrechung fortsetzen. Dazu gehören eine kontrollierte Fütterung und der Austausch der Gelege gegen Eiattrappen. Mit diesem als Augsburger Modell bekannten Vorgehen will Saarbrücken die Zahl der Stadttauben begrenzen, ohne die bislang versorgten Tiere sich selbst zu überlassen.
Sanierungsarbeiten machten den Umzug unvermeidbar
Der Taubenschlag im Parkhaus am Lampertshof bestand bereits seit mehreren Jahren und war einer von zwei betreuten Schlägen im Stadtgebiet. Nach Angaben der Landeshauptstadt musste er abgebaut werden, weil der Betreiber des Parkhauses Sanierungsarbeiten plant.
Als Ersatz wurde auf dem Parkhaus Bormannspfad ein neuer Schlag eingerichtet. Die geringe Entfernung zum bisherigen Standort erleichtert zwar die Umsiedlung, verhindert aber nicht automatisch, dass die Vögel in ihr vertrautes Gebiet zurückkehren. Deshalb bleiben sie während der ersten Phase im neuen Taubenschlag. Erst nach der Eingewöhnung ist wieder Freiflug vorgesehen. Wie lange diese Phase dauert, nennt die städtische Mitteilung nicht.
Die Umsiedlung und die Einrichtung des neuen Schlags wurden vom saarländischen Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verkehr gefördert.

Eiattrappen sollen unkontrollierte Brut verhindern
Das Augsburger Modell verbindet die Versorgung der Stadttauben mit einer gezielten Kontrolle der Fortpflanzung. Die Tiere erhalten an festen Orten Futter. Ihre Eier werden anschließend gegen Attrappen ausgetauscht, damit keine weiteren Jungtiere schlüpfen.
Die Stadt verfolgt damit zwei Ziele: Die Population soll kontrollierbar bleiben, zugleich sollen Belange des Infektionsschutzes berücksichtigt werden. Die Umsiedlung verhindert außerdem, dass die bereits im Taubenschlag betreuten Tiere nach dessen Abbau ohne festen Platz unkontrolliert im Stadtgebiet brüten.
Für Passanten rund um den Hauptbahnhof bedeutet der neue Standort vor allem, dass sich die Betreuung der Tiere räumlich verlagert. Eine unmittelbare Veränderung oder Einschränkung für Anwohner und Reisende nennt die Stadt nicht.
Am Lampertshof bleiben weiterhin Tauben zurück
Vor dem Umzug hatte die Stadt die Tiere am Lampertshof gezählt. Tatsächlich wurden jedoch mehr Tauben zum Parkhaus Bormannspfad gebracht, als bei dieser Erhebung festgestellt worden waren. Daraus schließt die Verwaltung, dass die jetzt noch am früheren Standort beobachteten Vögel vermutlich überwiegend nicht im dortigen Schlag lebten. Sie könnten vielmehr durch das Futter angelockt worden sein und den Ort nur zur Nahrungsaufnahme genutzt haben.
Gleichzeitig fliegen seit der Umsiedlung mehr Tauben den weiterhin bestehenden Schlag auf dem Parkhaus am Rathaus an. Dort hat die Stadt die Futtermenge zumindest vorübergehend angepasst. Gemeinsam mit der Tierschutzbehörde beobachtet sie nun beide Standorte und prüft, ob weitere Maßnahmen erforderlich werden.
Quelle: State Capital Saarbruecken Press Releases
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Quellenprüfung Quellennachweis
Die Angaben zu Standorten, Eingewöhnung, Fütterung und Populationskontrolle beruhen auf der Mitteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken.
- Die Entfernung zwischen altem und neuem Taubenschlag wurde mit der Primärquelle abgegliche...
- Der Grund für den Abbau am Lampertshof wurde als anstehende Sanierung ausgewiesen.
- Die beschriebene Eingewöhnung und der spätere Freiflug entsprechen der städtischen Darstel...
- Nicht bestätigte Angaben zur Dauer der Eingewöhnung wurden nicht ergänzt.
- Quelle
- Landeshauptstadt Saarbrücken
- Umfang
- Saarbrücken
- Aktualisiert
- 2026-08-26 19:53
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