Von der Dorfevents-Redaktion · Stand: 2. Oktober 2026
3. Oktober 1990: An diesem Tag wurde der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wirksam. Der Mauerfall am 9. November 1989 hatte die Grenze geöffnet und die weitere Entwicklung möglich gemacht. Bis aus zwei deutschen Staaten rechtlich ein Staat wurde, vergingen jedoch fast elf Monate.Am 3. Oktober feiert Deutschland den Tag der Deutschen Einheit. Das Datum erinnert an den
Der Mauerfall öffnete die Grenze, vollzog aber noch keine Einheit
Am 9. November 1989 wurden die Berliner Grenzübergänge geöffnet. Menschen konnten die Grenze passieren, die Berlin seit Jahrzehnten geteilt hatte. Die Bilder dieser Nacht stehen bis heute für das Ende der Teilung. Deshalb liegt die Frage nahe, warum der Nationalfeiertag nicht auf den 9. November fällt.
Der entscheidende Unterschied ist der rechtliche Status: Nach der Grenzöffnung bestanden die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik weiterhin als zwei Staaten. Sie hatten eigene Regierungen und eigene Gesetze. Die offene Grenze beantwortete noch nicht, wie die Staaten zusammenkommen und welche Regeln danach gelten sollten.
Der Mauerfall war damit ein Wendepunkt, aber kein einzelner Rechtsakt, der die Einheit bereits herstellte. Zwischen November 1989 und Oktober 1990 mussten politische Entscheidungen getroffen, Vereinbarungen ausgehandelt und staatliche Zuständigkeiten geklärt werden. Wer die beiden Daten auseinanderhält, versteht auch, weshalb sie in der Erinnerung an die Einheit unterschiedliche Rollen spielen.
Wie aus dem Wunsch nach Einheit ein verbindlicher Schritt wurde
Im Jahr 1990 rückte die staatliche Einheit näher. Die Volkskammer der DDR beschloss den Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes zum 3. Oktober. Die Regierungen beider deutscher Staaten handelten anschließend aus, wie dieser Beitritt umgesetzt werden sollte. Auch Fragen, die Deutschlands Stellung gegenüber anderen Staaten betrafen, mussten geklärt werden.
Diese Monate gehören zur Geschichte des Feiertags. Die Einheit entstand weder allein durch die Öffnung der Mauer noch erst durch eine Feier am 3. Oktober. Sie war das Ergebnis von Entscheidungen und Verhandlungen, die auf die Veränderungen seit 1989 folgten. Der gewählte Termin gab diesen Schritten einen gemeinsamen Zeitpunkt, an dem der neue staatliche Zustand wirksam werden sollte.
Eine kurze zeitliche Orientierung zeigt die Abfolge:

- 9. November 1989: Die Berliner Grenzübergänge werden geöffnet.
- 31. August 1990: Der Einigungsvertrag wird unterzeichnet.
- 3. Oktober 1990: Der Beitritt der DDR wird wirksam; Deutschland begeht seither an diesem Datum den Tag der Deutschen Einheit.
Die Daten beschreiben verschiedene Vorgänge. Eine geöffnete Grenze veränderte das Leben unmittelbar. Der später vereinbarte Beitritt regelte, wann die staatliche Einheit rechtlich eintrat. Beides gehört zur Geschichte der deutschen Einheit, lässt sich aber nicht auf denselben Tag verkürzen.
Was der Einigungsvertrag für den 3. Oktober festlegte
Der Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR ist der zentrale rechtliche Bezugspunkt für das Feiertagsdatum. Er bestimmt, dass der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes am 3. Oktober 1990 wirksam wird. Zugleich legt er fest, dass der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag ist.
Damit verbindet der Vertrag zwei Dinge, die im Alltag oft zusammenfallen: den Zeitpunkt des staatlichen Zusammenschlusses und das Datum seiner jährlichen Erinnerung. Der Feiertag wurde nicht nachträglich allein wegen seiner Symbolkraft auf einen beliebigen Herbsttag gelegt. Sein Datum ist mit dem rechtlichen Vollzug der Einheit verbunden.
Der Vertrag befasste sich darüber hinaus mit den Folgen des Beitritts für Staat, Verwaltung und Recht. Die Einheit bedeutete schließlich mehr als eine neue Grenze auf der Landkarte. Für die Menschen in der bisherigen DDR änderte sich der staatliche Rahmen, in dem Behörden, Gerichte und öffentliche Einrichtungen arbeiteten. Solche Übergänge brauchten Regeln; sie konnten nicht durch die Grenzöffnung im November 1989 allein entstehen.
Warum der Tag der Deutschen Einheit heute auf dieses Datum fällt
Jedes Jahr am 3. Oktober erinnert der gesetzliche Feiertag an den Tag, an dem die staatliche Einheit wirksam wurde. Der 9. November bleibt als Datum des Mauerfalls ein eigener, prägender Erinnerungstag. Die beiden Daten stehen daher für aufeinanderfolgende Schritte: zuerst die Öffnung der Grenze, dann der vereinbarte rechtliche Vollzug der Einheit.
Wer am Vorabend des Feiertags nach dem Grund für den 3. Oktober fragt, findet die knappe Antwort im Einigungsvertrag. Er nennt sowohl das Wirksamwerden des Beitritts als auch den Feiertag. Die längere Antwort führt durch die Monate dazwischen: Ohne die Ereignisse vom November 1989 wäre der Weg zur Einheit kaum so verlaufen; ohne die Entscheidungen und Vereinbarungen von 1990 wäre aus der Grenzöffnung noch kein gemeinsamer Staat geworden.
Quelle: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Rechtlicher Hintergrund
Der Einigungsvertrag nennt den 3. Oktober 1990 als Tag des wirksamen Beitritts und bestimmt ihn zum gesetzlichen Feiertag.
- Artikel 1 des Einigungsvertrags zum Wirksamwerden des Beitritts
- Artikel 2 des Einigungsvertrags zum Tag der Deutschen Einheit
- Quelle
- Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz: Einigungsvertra...
- Umfang
- Deutschland
- Aktualisiert
- 2026-10-03 08:02
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