Ein schwarzer Flügel steht mittig in einem dunklen, minimalistischen Raum unter einer leuchtenden Deckenprojektion.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zur Ausstellung

Ab dem 11. September 2026 wird der Hamburger Bahnhof in Berlin zum Schauplatz der ersten großen europäischen Retrospektive von Ryuichi Sakamoto. Die Ausstellung „Ryuichi Sakamoto: seeing sound, hearing time“ ist bis zum 20. Juni 2027 zu sehen und richtet sich an alle, die Musik, Film, Performance und bildende Kunst gemeinsam erleben möchten.

Sieben Werke in fünf großformatigen Installationen

Die Ausstellung findet im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin, statt. Auf rund 1.500 Quadratmetern in den Rieckhallen zeigt die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin sieben Werke in fünf großformatigen Installationen.

Im Mittelpunkt steht Sakamotos Umgang mit Klang als räumlichem und visuellem Erlebnis. Der 1952 in Tokio geborene Komponist, Produzent und Künstler arbeitete seit den 2000er-Jahren an dreidimensionalen Klangräumen. Dabei entstanden Kooperationen unter anderem mit Shiro Takatani, Carsten Nicolai und dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zur Ausstellung

Zu den gezeigten Arbeiten gehören „IS YOUR TIME“ von 2017, „async-immersion“ von 2023 und „async-first light“ von 2017. Die Installationen nehmen Bezug auf Sakamotos Album „async“ und auf sein letztes Album „12“, ein Klangtagebuch, das er zwischen 2021 und 2022 aufnahm.

Ein beschädigtes Klavier und seismologische Daten

„IS YOUR TIME“ verbindet ein durch den Tsunami von 2011 beschädigtes Klavier mit digital umgewandelten seismologischen Daten von Erdbeben weltweit. Das Instrument wird dabei zum Ausgangspunkt für neue Klänge und macht sichtbar, wie Sakamoto Naturereignisse in eine künstlerische Installation überführt.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zur Ausstellung

Weitere Arbeiten entstanden in enger Zusammenarbeit mit Shiro Takatani und Apichatpong Weerasethakul. Zwei Filme von Carsten Nicolai verwenden Musik aus Sakamotos Album „12“. So führt die Ausstellung verschiedene Medien zusammen, die Sakamotos Schaffen über Jahrzehnte geprägt haben: elektronische und experimentelle Musik, klassische Werke, Film- und Fernsehmusik sowie bildende Kunst.

Sakamotos Werk zwischen Musik und Kunst

Sakamoto debütierte 1978 mit dem Album „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Für seine Filmmusik erhielt er unter anderem einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt.

Ryuichi Sakamoto in Berlin: Klang wird zur Ausstellung

Auch gesellschaftliches Engagement gehörte zu seinem Schaffen. Sakamoto gründete die Organisation „more trees“ zur Waldrettung und das „Tohoku Youth Orchestra“, das die Opfer des Tohoku-Erdbebens durch Musik unterstützen sollte. Er starb am 28. März 2023.

Die Retrospektive ist Teil des Jubiläumsprogramms zum 30-jährigen Bestehen des Hamburger Bahnhofs. Sie eröffnet zur Berlin Art Week und wird von Ingrid Buschmann, Kuratorin am Hamburger Bahnhof, gemeinsam mit Sachiko Namba, Kuratorin in Tokio, kuratiert.

Termine, Eintritt und Hinweise für den Besuch

Die Ausstellung läuft vom 11.09.2026 bis 20.06.2027 im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin. Sie ist für alle Besucherinnen und Besucher geeignet. Ein Eintrittspreis sowie konkrete Angaben zur Buchung sind in den vorliegenden Informationen nicht genannt; auch eine Ausstellungsuhrzeit ist nicht angegeben.

Begleitend erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano. Zur Ausstellung sind außerdem öffentliche Führungen, eine „Stille Stunde: Ryuichi Sakamoto“, ein Familiensonntag und ein offenes Atelier für Familien angekündigt. Der nächste konkret datierte Termin ist die „Stille Stunde“ am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 16 Uhr im Hamburger Bahnhof.

Quelle: Staatliche Museen zu Berlin – Aktuelle Ausstellungen

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