Eine einsame rote Bank am Ufer eines Sees unter schattigen Bäumen.

Potsdam zeigt, wie sich das Griebnitzsee-Ufer öffnen könnte

Von der Dorfevents-Redaktion | 26. August 2026

Im Foyer der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf sind seit dem 26. August die prämierten Entwürfe für das Südufer des Griebnitzsees zu sehen. Pläne und Visualisierungen zeigen, wie der sensible Uferraum naturnäher gestaltet, barrierefrei erschlossen und stärker für Erholung und Begegnung geöffnet werden könnte.

Die Ausstellung macht damit ein Vorhaben sichtbar, über das in Potsdam seit Jahren diskutiert wird: den öffentlichen Zugang zum Griebnitzsee und die langfristige Sicherung eines durchgehenden Uferwegs. Die gezeigten Arbeiten sind jedoch noch keine beschlossene Bauplanung. Sie bilden die fachliche Grundlage für die nächsten Planungs- und Beteiligungsschritte.

Barrierefreie Zugänge treffen auf einen historischen Grenzweg

Insgesamt 14 Landschaftsarchitekturbüros entwickelten Konzepte für den gesamten Uferbereich. Zusätzlich sollten sie detaillierte Lösungen für drei städtische Teilflächen ausarbeiten. Im Mittelpunkt stehen aufgewertete Freianlagen am Wasser, barrierefreie Zugänge sowie Orte für Begegnung und Erholung.

Eine besondere Rolle spielt der historische Kolonnenweg. Er war ein Kernstück des früheren Grenzstreifens und erinnert unmittelbar an die deutsche Teilung. Die Wettbewerbsteilnehmer mussten deshalb nicht nur neue Nutzungen und Wege entwerfen, sondern auch zeigen, wie sich die geschichtliche Bedeutung des Ortes in die künftige Freiraumgestaltung einfügen lässt.

Baubeigeordneter Bernd Rubelt sieht in den Arbeiten eine Grundlage, um die Uferbereiche nachhaltig aufzuwerten. Nach Angaben der Landeshauptstadt Potsdam nutzt die Stadt an dieser Stelle erstmals ihre eigene Gestaltungshoheit am Griebnitzsee. Das soll zugleich das langfristige Ziel eines durchgehenden Uferwegs unterstützen.

Diese Büros überzeugten die Fachjury

Den ersten Preis erhielt das Berliner Büro bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau. Auf den zweiten Platz kam Lohaus Carl Köhlmos Landschaftsarchitektur und Stadtplanung aus Hannover. Der dritte Preis ging an die Atelier Loidl GmbH aus Berlin.

Potsdam zeigt, wie sich das Griebnitzsee-Ufer öffnen könnte

Anerkennungen sprach die Jury der POLA Landschaftsarchitekten GmbH sowie der Berliner Arbeitsgemeinschaft Arge JUCA x LAMA aus. Die städtische Mitteilung beschreibt die gemeinsamen Planungsziele, schlüsselt die gestalterischen Unterschiede zwischen den ausgezeichneten Arbeiten aber nicht im Einzelnen auf. Diese lassen sich in der Ausstellung sowie anhand der von Potsdam online veröffentlichten Visualisierungen und Erläuterungen vergleichen.

Ausstellung läuft täglich bis zum 3. September

Die Entwürfe können ohne Beschränkung auf Werktage besichtigt werden. Damit bleibt auch am Wochenende Zeit für einen Besuch.

Information Angabe
Zeitraum 26. August bis 3. September 2026
Öffnungszeiten Montag bis Sonntag, jeweils 9 bis 20 Uhr
Ort Foyer der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Adresse Marlene-Dietrich-Allee 111, Potsdam

Eine Anmeldung oder ein Eintrittspreis wird in der Pressemitteilung der Landeshauptstadt nicht genannt.

Vor einem Baustart stehen Planung und Beteiligung

Bis zum Spätsommer soll einer der Preisträger mit der weiterführenden Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung beauftragt werden. Welche ausgezeichnete Arbeit den Auftrag erhält und in welcher Form sie weiterentwickelt wird, geht aus der Mitteilung noch nicht hervor.

Eine bauliche Umsetzung könnte nach der derzeitigen Einschätzung der Stadt im Jahr 2027 beginnen. Das ist eine zeitliche Perspektive, keine bereits erteilte Baufreigabe. Vorher müssen die weiteren Planungen und erforderlichen Genehmigungsschritte erfolgen.

Für Herbst 2026 ist außerdem die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan Nr. 174 „Griebnitzsee-Ufer“ vorgesehen. Dort können die Wettbewerbsergebnisse in das formelle Planungsverfahren einfließen. Nach dieser Beteiligung entscheidet die Stadtverordnetenversammlung, wie das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt wird.

Quelle: State Capital Potsdam Press Releases

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