Vom 4. Juli bis 1. November 2026 zeigt das Museum Gunzenhauser in Chemnitz die Ausstellung „Mahlzeit! Serving Gender“. Nach Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz untersucht sie, wie Essen, Fürsorge und Geschlechterrollen miteinander verflochten sind. Eintrittspreis, allgemeine Buchungshinweise, Tagesöffnungszeiten, genaue Anschrift sowie Angaben zu Anreise und Barrierefreiheit sind in den bereitgestellten Veranstaltungsinformationen nicht genannt.
Die Schau richtet sich besonders an Menschen, die sich für feministische Kunst, gesellschaftliche Rollenbilder und die Kulturgeschichte des Essens interessieren. Historische Werke treffen dabei auf feministische Positionen der 1970er-Jahre und aktuelle Arbeiten.
Am Esstisch werden Rollen sichtbar
Ein Apfel, Muttermilch oder eine gedeckte Tafel erscheinen in „Serving Gender“ nicht als beiläufige Motive. Die Ausstellung liest sie als Bilder für Verantwortung, Fürsorge und gesellschaftliche Erwartungen. Ausgangspunkt ist unter anderem Evas Apfel als Ursprungsmythos weiblicher Verantwortung; die Muttermilch steht für biologisch und sozial erwartete Sorgearbeit.
Daran schließen Fragen an, die weit über das einzelne Kunstwerk hinausreichen: Wer bereitet Nahrung zu, wer verteilt sie und wer wird dabei dargestellt? Welche Erwartungen an weibliche Fürsorge prägen gemeinsame Mahlzeiten? Wer darf sichtbar Appetit zeigen? Auch der Gegensatz zwischen überwiegend von Frauen geleisteter Arbeit rund um die tägliche Versorgung und männlich dominierten Spitzenpositionen in der Küche wird aufgegriffen.
Die Kunstsammlungen Chemnitz stellen Frauen damit als zentrale Ernährerinnen von Familien und Gemeinschaften in den Mittelpunkt. Zugleich geht es um die Kontrolle weiblich gelesener Körper, kulturelle Normen und jene unbezahlte Care-Arbeit, die beim Kochen, Versorgen und Ernähren häufig unsichtbar bleibt.

Von Martha Rosler bis Sophia Süßmilch
Die zeitliche Spannweite beginnt im 17. Jahrhundert und reicht bis zur Gegenwart. Zu den prägenden feministischen Positionen gehört Martha Roslers Videoarbeit Semiotics of the Kitchen aus den 1970er-Jahren. Zeitgenössische Werke stammen unter anderem von Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell.
Auch die künstlerischen Mittel wechseln: Zu sehen sind Textilkunst, Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Video. In der zur Ausstellung veröffentlichten Galerie werden beispielsweise Sophia Süßmilchs Mutterliebe, Eliane Diurs Self Care und Julia Kissinas Katja gezeigt. Der Sammlungsbestand der Kunstsammlungen Chemnitz wird dafür durch Leihgaben zeitgenössischer Kunst ergänzt.
Jüngere Sichtweisen fließen über den Jugendrat des Museums ein. Damit wird die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen nicht allein historisch geführt, sondern um Perspektiven einer Generation erweitert, die heutige Bilder von Körper, Arbeit und Fürsorge neu betrachtet.
Führungen, Lesung, Drag und Zines
Das Begleitprogramm überträgt die Themen der Ausstellung in Gespräche, Führungen, Literatur und Performance. Zu den bestätigten Terminen gehören:

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- August, 14:30 Uhr: Kombiführung durch „Serving Gender“ und „WIN/WIN“
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- August, 19 Uhr: Alida Bohnen liest aus Der Teller von Annabelle Hirsch
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- August, 18:30 Uhr: „Blind Art Date: Serving Gender – Queer Edition“
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- September, 16:30 Uhr: Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges
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- September, 16 Uhr: „Gut angerichtet? Eine Führung in Drag“ mit Drag Queen Dani California und Drag King Smoky Addamz
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- Oktober, 14 Uhr: Workshop „Zines als kreative Praxis“ mit Julia Koschler
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- Oktober, 16 Uhr: Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges
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- Oktober, 19 Uhr: Showtalk und Performance „Titten Thesen Temperamente“
Weitere öffentliche Führungen sind für August und September aufgeführt. Mehrere Termine werden vom Jugendrat „Alfreds Crew“ begleitet und ermöglichen einen Perspektivwechsel innerhalb der Ausstellung.
Den Besuch im Museum Gunzenhauser planen
„Serving Gender“ bildet den zweiten Teil der dreiteiligen Reihe „Mahlzeit!“, mit der sich das Museum Gunzenhauser dem Essen in der Kunst widmet. Der vorausgehende Teil „Feinkunsthalle“ endete am 14. Juni. Nach „Serving Gender“ folgt ab 27. November „Zu Tisch“, eine Ausstellung über soziale und kulturelle Aspekte gemeinsamer Mahlzeiten, Feste und Rituale.
Für einen Besuch mit Begleitprogramm stehen damit mehrere klar datierte Möglichkeiten zur Wahl. Der letzte aufgeführte Sondertermin ist der Showtalk am 29. Oktober um 19 Uhr; die Ausstellung selbst endet am 1. November 2026.
Quelle: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Quellenweg
Zeitraum, Veranstaltungsort, Ausstellungsschwerpunkte und Begleitprogramm wurden anhand der veröffentlichten Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz zusammengestellt.
- Ausstellungszeitraum vom 4. Juli bis 1. November 2026 übernommen
- Museum Gunzenhauser als Veranstaltungsort bestätigt
- Genannte Künstlerinnen, Medien und Programmpunkte mit dem Ausgangstext abgeglichen
- Fehlende Angaben zu Preis, allgemeiner Buchung und Barrierefreiheit kenntlich gemacht
- Quelle
- Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen
- Umfang
- Chemnitz
- Aktualisiert
- 2026-08-14 13:31
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