Weißer Heizkörper an einer Wand unter einem braunen Holzfenster in einer deutschen Wohnung.

Heizung entlüften: So sparen Sie im Herbst Energie

Die Heizung bleibt kalt, gluckert oder wird nur teilweise warm? Prüfen Sie zuerst den Heizkörper, das Thermostat und die Luftzirkulation im Raum. Einen Heizkörper können Sie vorsichtig selbst entlüften; an einer Gastherme sollten Sie jedoch nicht arbeiten. Bleibt die Heizung dauerhaft kalt, wenden Sie sich an die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb.

Heizkörper vor dem Einschalten kontrollieren

Rücken Sie Möbel, Vorhänge und Verkleidungen vom Heizkörper weg. Die warme Luft muss ungehindert in den Raum steigen können. Ein Sofa direkt vor dem Heizkörper oder ein langer Vorhang kann die Wärmeverteilung verschlechtern und dazu führen, dass Sie das Thermostat höher einstellen.

Prüfen Sie außerdem, ob der Heizkörper sichtbar beschädigt ist oder Wasser verliert. Bei feuchten Stellen, Rost, ungewöhnlichen Geräuschen oder einem auffälligen Druckabfall in der Heizungsanlage sollten Sie nicht selbst weiterarbeiten. Informieren Sie die Hausverwaltung, den Vermieter oder einen Heizungsfachbetrieb.

Thermostatventil freihalten und richtig einstellen

Das Thermostat misst die Temperatur in seiner unmittelbaren Umgebung. Wird es durch Möbel, Vorhänge oder eine Verkleidung verdeckt, kann sich die Wärme dort stauen. Das Ventil erkennt dann möglicherweise eine höhere Temperatur als im restlichen Raum und regelt zu früh herunter.

Drehen Sie den Thermostatkopf nicht ständig zwischen den Einstellungen hin und her. Eine mittlere Einstellung reicht in vielen Wohnräumen als Ausgangspunkt. Für Schlafräume, Küche und Bad können je nach Nutzung unterschiedliche Temperaturen sinnvoll sein. Wichtig ist, die Räume nicht unnötig stark aufzuheizen und Türen zwischen deutlich unterschiedlich temperierten Bereichen geschlossen zu halten.

Ein Thermostat auf der höchsten Stufe macht den Raum nicht grundsätzlich schneller warm. Es legt vor allem eine höhere Zieltemperatur fest. Wenn der Heizkörper trotz einer passenden Einstellung kalt bleibt, liegt die Ursache möglicherweise nicht am Thermostatkopf.

Heizung entlüften: die richtige Reihenfolge

Gluckert der Heizkörper oder wird er oben deutlich weniger warm als unten, kann sich Luft im Heizkörper gesammelt haben. Zum Entlüften benötigen Sie einen Entlüftungsschlüssel, ein Tuch und ein kleines Gefäß. Gehen Sie langsam vor, denn austretendes Heizungswasser kann heiß sein.

  1. Schalten Sie die Umwälzung der Heizung nach Möglichkeit aus und warten Sie kurz, damit sich die Luft sammeln kann. In einer Mietwohnung sollten Sie die Vorgaben der Hausverwaltung beachten.
  2. Drehen Sie das Thermostat am betroffenen Heizkörper vollständig auf.
  3. Halten Sie Tuch und Gefäß unter das Entlüftungsventil. Es sitzt meist seitlich oben am Heizkörper.
  4. Öffnen Sie das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel vorsichtig ein kleines Stück gegen den Uhrzeigersinn.
  5. Lassen Sie zunächst die Luft entweichen. Ein Zischen ist dabei normal. Sobald gleichmäßig Wasser austritt, schließen Sie das Ventil wieder vorsichtig.
  6. Wischen Sie den Heizkörper trocken und prüfen Sie nach einigen Minuten, ob er gleichmäßiger warm wird.

Öffnen Sie das Ventil nicht vollständig und lösen Sie keine anderen Schrauben oder Anschlüsse. Wenn Sie unsicher sind, das Ventil festsitzt oder Wasser unkontrolliert austritt, brechen Sie den Vorgang ab und holen Sie Hilfe.

Heizung entlüften: So sparen Sie im Herbst Energie

Nach dem Entlüften Anlage und Heizkörper beobachten

Nach dem Entlüften kann der Druck in der Heizungsanlage überprüft werden. In einem Einfamilienhaus richtet sich der passende Bereich nach der Anlage und den Angaben des Herstellers. In einer Mietwohnung sollten Sie kein Wasser nachfüllen, wenn Sie dafür nicht ausdrücklich zuständig sind. Fragen Sie stattdessen die Hausverwaltung.

Beobachten Sie den Heizkörper anschließend über mehrere Stunden. Wird er wieder gleichmäßig warm und verschwindet das Gluckern, war eingeschlossene Luft wahrscheinlich die Ursache. Bleibt er nur teilweise warm, kann ein klemmendes Ventil, ein hydraulisches Problem oder eine Störung der zentralen Heizungsanlage dahinterstecken.

Richtig lüften, ohne Räume auszukühlen

Zum Lüften öffnen Sie die Fenster kurz weit, statt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Währenddessen können Sie das Thermostat herunterdrehen. Nach dem Schließen der Fenster stellen Sie die gewünschte Temperatur wieder ein.

Querlüften mit gegenüberliegenden Fenstern verkürzt den Luftaustausch. Besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen sollte feuchte Luft zügig nach draußen gelangen. Lassen Sie Räume aber nicht so stark auskühlen, dass Wände und Oberflächen dauerhaft kalt bleiben.

Wann die Hausverwaltung oder ein Fachbetrieb helfen muss

Informieren Sie die zuständige Stelle, wenn mehrere Heizkörper gleichzeitig kalt bleiben, die gesamte Wohnung nicht warm wird oder die Heizung trotz korrekter Thermostateinstellung ausfällt. Auch wiederkehrende Geräusche, Wasserverlust und ungewöhnliche Gerüche gehören nicht in einen Eigencheck.

An einer Gastherme, einem Brenner, elektrischen Anschlüssen oder der Steuerung der Heizungsanlage sollten Sie keine Einstellungen oder Reparaturen selbst vornehmen. Das gilt auch für Arbeiten am Gasanschluss. Solche Prüfungen gehören in die Hände qualifizierter Fachleute.

Kurze Checkliste für den Herbst

  • Heizkörper und Thermostatventile sind frei zugänglich.
  • Der Heizkörper verliert kein Wasser und zeigt keine neuen Schäden.
  • Gluckern oder eine kalte obere Fläche wird vorsichtig geprüft.
  • Beim Entlüften werden nur passende Werkzeuge und ein Tuch verwendet.
  • Fenster werden kurz weit geöffnet, statt dauerhaft gekippt zu bleiben.
  • Bei anhaltender Kälte wird die Hausverwaltung informiert.

Die Verbraucherzentrale bietet zusätzliche Hinweise zum energiesparenden Heizen und Warmwasser. Bei Mietwohnungen sind außerdem die Zuständigkeiten aus Mietvertrag und Hausordnung wichtig. Der nächste sinnvolle Check ist, ob die Heizkörper nach dem Entlüften gleichmäßig warm werden und ob die Raumtemperatur bei freiem Thermostat stabil bleibt.

Quelle: Verbraucherzentrale

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