Passagierflugzeug parkt am Flughafenterminal bei Tageslicht, Blick von oben auf das Vorfeld.

Flug gestrichen oder verspätet: Diese Rechte gelten

Von der Dorfevents-Redaktion · Stand: 27. August 2026

Wird ein Flug gestrichen oder erreicht sein Ziel mindestens drei Stunden verspätet, können Reisende Anspruch auf Betreuung, Erstattung oder Ersatzbeförderung und zusätzlich eine pauschale Ausgleichszahlung haben. Entscheidend sind Route, Fluggesellschaft, Ankunftsverspätung und Ursache. 250, 400 oder 600 Euro gibt es daher nicht automatisch.

Wann die EU-Fluggastrechte greifen

Die Regeln gelten grundsätzlich für Flüge innerhalb der EU sowie für Flüge, die in der EU starten. Bei einem Abflug außerhalb der EU mit Ziel in der EU kommt es darauf an, ob die ausführende Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat.

Maßgeblich ist die tatsächliche Ankunft am Endziel. Bei Anschlussflügen kann deshalb die Verspätung der gesamten, gemeinsam gebuchten Verbindung zählen. Die Übersicht der Europäischen Union erläutert den Geltungsbereich und die Ansprüche bei Annullierung, Nichtbeförderung und Verspätung.

Betreuung, Beförderung und Ausgleich sind getrennte Ansprüche

Fall Möglicher Anspruch
Längere Wartezeit am Flughafen Essen, Getränke und Kommunikationsmöglichkeiten; bei notwendiger Übernachtung gegebenenfalls Hotel und Transfer
Flug annulliert Wahl zwischen Erstattung und anderweitiger Beförderung zum Ziel
Abflug mindestens fünf Stunden verspätet Erstattung des nicht genutzten Tickets; gegebenenfalls Rückflug zum ursprünglichen Abflugort
Ankunft mindestens drei Stunden verspätet Je nach Strecke möglicherweise 250, 400 oder 600 Euro Ausgleich

Bei außergewöhnlichen Umständen – etwa bestimmten Wetterlagen oder Beschränkungen der Flugsicherung – kann die pauschale Ausgleichszahlung entfallen. Die Fluggesellschaft muss Ursache und zumutbare Gegenmaßnahmen darlegen. Betreuungs-, Erstattungs- und Beförderungsrechte entfallen dadurch nicht automatisch.

Flug gestrichen oder verspätet: Diese Rechte gelten

Auch eine frühzeitig angekündigte Annullierung oder ein rechtzeitig angebotenes Ersatzrouting kann die Ausgleichszahlung ausschließen. Bei Ersatzbeförderung mit nur begrenzter Verspätung darf der Betrag unter bestimmten Voraussetzungen um 50 Prozent gekürzt werden.

Diese Nachweise sollten Reisende sichern

  • Buchungsbestätigung, Bordkarte und Gepäckbelege aufbewahren.
  • Abflugtafel, App-Mitteilungen und tatsächliche Ankunftszeit fotografieren.
  • Schriftliche Begründung der Fluggesellschaft verlangen.
  • Quittungen für angemessene Verpflegung, Hotel und Transfer sammeln.
  • Namen, Uhrzeiten und angebotene Ersatzverbindungen notieren.

Anspruch zuerst schriftlich bei der Airline einreichen

Der Antrag sollte Flugnummer, Datum, Buchungscode, geplante und tatsächliche Zeiten, Forderung und Bankverbindung enthalten. Belege gehören als Kopien dazu. Reisende sollten eine konkrete Antwortfrist setzen und den Versand dokumentieren.

Für Ansprüche in Deutschland gilt häufig die regelmäßige dreijährige Verjährungsfrist; Beginn und mögliche Hemmungen müssen jedoch im Einzelfall geprüft werden. Deshalb sollte die Forderung möglichst früh gestellt werden.

Lehnt die Fluggesellschaft ab oder antwortet sie nicht ausreichend, kann die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr ein außergerichtliches Verfahren anbieten, sofern das betreffende Unternehmen teilnimmt und die Verfahrensvoraussetzungen erfüllt sind. Vor dem Antrag sollte geprüft werden, ob die Airline bereits Gelegenheit hatte, die Forderung selbst zu bearbeiten.

Quelle: Europäische Union – Your Europe

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