Schild für die Passkontrolle an einem Flughafen mit EU-Bürger Kennzeichnung.

EES bei Reisen: Was deutsch-britische Familien planen müssen

Das Entry/Exit System (EES) betrifft deutsche Staatsangehörige nicht direkt. Reisen jedoch britische oder andere betroffene Nicht-EU-Angehörige mit, können an den Außengrenzen des Schengen-Raums zusätzliche Registrierungsschritte nötig sein. Familien und Reisegruppen sollten deshalb Reisedokumente, Aufenthaltsstatus und Zeitreserven vor der Abfahrt prüfen.

Wer beim EES registriert wird

Das EES ist für bestimmte Nicht-EU-Staatsangehörige vorgesehen, die für einen Kurzaufenthalt in den Schengen-Raum einreisen. Dazu gehören grundsätzlich sowohl visumpflichtige als auch von der Visumpflicht befreite Reisende – etwa britische Staatsangehörige, die als Besucher unterwegs sind.

Das System kann unter anderem folgende Angaben digital erfassen:

  • Daten aus dem Reisedokument
  • Datum und Ort der Ein- oder Ausreise
  • Gesichtsbilder und Fingerabdrücke, soweit vorgesehen
  • Verweigerungen der Einreise

Besonders bei der ersten erfassten Einreise kann die Kontrolle länger dauern, weil Daten aufgenommen und biometrische Merkmale geprüft werden. Eine konkrete Wartezeit lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten.

Deutsche und bestimmte Aufenthaltsberechtigte sind ausgenommen

Deutsche sowie andere Staatsangehörige der Europäischen Union werden nicht als EES-Reisende registriert. Entscheidend ist jedoch nicht, ob jemand mit einem deutschen Familienmitglied reist, sondern die eigene Staatsangehörigkeit und der persönliche Aufenthaltsstatus.

EES bei Reisen: Was deutsch-britische Familien planen müssen

Auch bestimmte Nicht-EU-Staatsangehörige mit einem gültigen Aufenthaltstitel oder einer Aufenthaltskarte eines Schengen-Staates fallen nicht unter die gewöhnliche EES-Registrierung für Kurzaufenthalte. Betroffene sollten das entsprechende Dokument an der Grenze vorlegen können. Ein deutscher Wohnort allein ersetzt keinen gültigen Aufenthaltsnachweis.

Reiseziel und Grenzroute entscheiden über die Kontrolle

EES-Kontrollen finden beim Überschreiten einer Außengrenze des Schengen-Raums statt. Das kann am Flughafen, Fährterminal, Bahnhof oder an einer Straßenlandgrenze geschehen. Bei Reisen innerhalb des Schengen-Raums entsteht normalerweise keine neue EES-Einreise.

Für eine gemischte Reisegruppe bedeutet das: Deutsche Mitreisende können anders abgefertigt werden als britische Angehörige. Familien sollten zusammenbleiben, zugleich aber damit rechnen, dass einzelne Personen unterschiedliche Kontrollschritte durchlaufen.

Die 90-Tage-Regel bleibt maßgeblich

Das EES ersetzt nicht die Aufenthaltsregeln. Für viele Nicht-EU-Besucher gilt weiterhin ein Höchstaufenthalt von 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengen-Raum. Das System soll Ein- und Ausreisen dokumentieren und die Berechnung unterstützen.

EES bei Reisen: Was deutsch-britische Familien planen müssen

Wer mehrere Reisen plant, sollte frühere Aufenthalte dennoch selbst nachvollziehen. Eine Ausreise setzt die 90 Tage nicht automatisch zurück.

Dokumente und Zeit vor der Reise einplanen

Vor Flug-, Fähr-, Bahn- oder Autoreisen empfiehlt sich folgende Prüfung:

  • Gültigkeit und Zustand aller Reisepässe kontrollieren
  • Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsstatus jeder Person getrennt betrachten
  • Aufenthaltstitel oder Aufenthaltskarte im Original mitführen
  • frühere Schengen-Aufenthalte für die 90/180-Tage-Berechnung notieren
  • Hinweise des Beförderungsunternehmens und des Grenzübergangs prüfen
  • ausreichend Zeit für Registrierung und Kontrollen vorsehen

EES und ETIAS erfüllen unterschiedliche Aufgaben

EES ist ein System zur Registrierung von Grenzübertritten. ETIAS ist dagegen eine Reisegenehmigung für bestimmte visumbefreite Nicht-EU-Staatsangehörige. Eine ETIAS-Genehmigung ersetzt weder den Reisepass noch die Grenzkontrolle oder eine mögliche EES-Erfassung.

Vor der Abreise sollten Reisende die aktuellen Einführungs- und Anwendungshinweise auf dem offiziellen Reiseportal der Europäischen Union prüfen.

Quelle: Europäische Union

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