Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf widmet sich in ihrer aktuellen Sonderausstellung „gefährdet leben“ einem historisch bedeutsamen und lange vernachlässigten Kapitel der Stadtgeschichte: der systematischen Verfolgung queerer Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Fokus auf Einzelschicksale und lokale Geschichte
Die Schau basiert auf einer Wanderausstellung des Magnus-Hirschfeld-Instituts aus Berlin, wurde jedoch von den Düsseldorfer Kuratoren gezielt um lokale Perspektiven erweitert. Im Zentrum der Betrachtung steht die Anwendung des Paragrafen 175, der als juristisches Instrument zur Verfolgung homosexueller Männer diente. Die Ausstellung geht dabei über abstrakte Zahlen hinaus: Durch die Aufarbeitung von Biografien wird sichtbar, wie staatliche Willkür das Leben Einzelner zerstörte. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle der Zivilgesellschaft, insbesondere der Denunziation aus dem direkten Umfeld der Betroffenen, sowie den Formen des Zusammenhalts innerhalb der queeren Community unter extremem Druck.
Ein historischer Ort im Herzen der Altstadt
Der Veranstaltungsort selbst ist Teil der Geschichte. Die Mahn- und Gedenkstätte in der Mühlenstraße befindet sich in einem Gebäude mit einer über 400-jährigen Historie. Einst als Jesuiten-Kloster genutzt, diente das Haus ab 1926 als Sitz des Düsseldorfer Polizeipräsidiums. In den Jahren 1933 und 1934 waren hier zudem Dienststellen der Gestapo und SS untergebracht, von denen aus die Verfolgung politischer Gegner koordiniert wurde. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, neben der Sonderausstellung auch die dauerhafte Dokumentation über die NS-Zeit in Düsseldorf zu besichtigen. Ein besonderes Zeugnis dieser Zeit ist der im Keller erhaltene Luftschutzraum, der ebenfalls zugänglich ist.
Inklusion und barrierefreier Zugang
Die Gedenkstätte verfolgt das Ziel, ihre historischen Inhalte für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Im Rahmen der Inklusionsarbeit werden derzeit Ausstellungstexte in leichter Sprache erarbeitet. Zudem bietet die Einrichtung individuell abgestimmte Führungen an, um auch bei sensiblen historischen Themen einen niedrigschwelligen Zugang für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.
Praktische Informationen für Ihren Besuch
- Veranstaltungsort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße (in der Nähe des Burgplatzes).
- Laufzeit: Die Sonderausstellung „gefährdet leben“ ist noch bis zum 30. August 2026 geöffnet.
- Eintritt: Der Besuch der Gedenkstätte und der Sonderausstellung ist kostenlos.
- Zielgruppe: Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen, Studierende sowie historisch interessierte Gäste konzipiert.
- Barrierefreiheit: Die Gedenkstätte bietet Inklusionsangebote und spezielle Führungen an; Texte in leichter Sprache befinden sich in der Erarbeitung.
Quelle: Visit Duesseldorf Storys
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Redaktionelle Quellenprüfung
Die Informationen basieren auf dem offiziellen Bericht der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf vom 20. August 2026.
- Abgleich des Ausstellungsnamens und Enddatums
- Verifizierung des Veranstaltungsortes in der Mühlenstraße
- Bestätigung des freien Eintritts
- Quelle
- Visit Duesseldorf Storys
- Umfang
- Düsseldorf
- Aktualisiert
- 2026-08-21 09:37
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