Das Reichstagsgebäude in Berlin bei Tageslicht unter einem strahlend blauen Himmel.

Berlin-Wahl am 20. September: Bleibt die CDU stärkste Kraft?

Die CDU Berlin geht als Siegerin der Wiederholungswahl 2023 in die nächste Abgeordnetenhauswahl: Damals erhielt sie 28,2 Prozent der Zweitstimmen, SPD und Grüne jeweils 18,4 Prozent. Am 20. September 2026 entscheidet sich, ob die CDU erneut vor allen anderen Parteien liegt. Maßgeblich ist allein das endgültige amtliche Zweitstimmenergebnis – nicht eine Umfrage, Hochrechnung oder mögliche Regierungskoalition.

Autor: Redaktion Dorfevents · Stand: 15. August 2026

Die Prognose auf einen Blick

  • Frage: Erhält die CDU mehr Zweitstimmen als jede andere Partei?
  • Stichtag: Die Wahl zum Abgeordnetenhaus findet am 20. September 2026 statt.
  • JA: Die CDU liegt im endgültigen Ergebnis allein auf Platz eins.
  • NEIN: Mindestens eine andere Partei erreicht gleich viele oder mehr Zweitstimmen.
  • Entscheidende Quelle: Das endgültige Ergebnis der Landeswahlleiterin für Berlin.

Damit ist die Prognose klar von der Frage getrennt, wer nach der Wahl den Senat führt. Entscheidend ist ausschließlich der Vergleich der Zweitstimmen aller Parteien.

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Der Vorsprung von 2023 ist die wichtigste bekannte Ausgangszahl

Bei der Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus erreichte die CDU 28,2 Prozent der Zweitstimmen. SPD und Bündnis 90/Die Grünen folgten mit jeweils 18,4 Prozent. Der Abstand zur zweitplatzierten Konkurrenz betrug damit 9,8 Prozentpunkte.

Partei Zweitstimmenanteil 2023
CDU 28,2 Prozent
SPD 18,4 Prozent
Grüne 18,4 Prozent

Diese Werte dokumentieren die damalige Kräfteverteilung, sind aber keine Vorhersage für 2026. Zwischen beiden Wahlen liegen mehr als drei Jahre, in denen sich politische Prioritäten, Kandidaturen, Parteibindungen und die Bewertung der Berliner Landespolitik verändern können.

Die Zahlen von 2023 stammen aus der dokumentierten Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Der Termin für die nächste Wahl ist auf den 20. September 2026 angesetzt, wie die Übersicht zur Abgeordnetenhauswahl 2026 festhält.

Für eine belastbare Aussage über die aktuelle Rangfolge reichen diese historischen Daten allein nicht aus. In den vorliegenden Quellen ist keine aktuelle Umfragereihe enthalten, aus der sich ein verlässlicher Vorsprung für September ableiten ließe. Bekannt ist der Ausgangspunkt; offen bleibt, wie sich die Stimmen bis zum Wahltag verteilen.

Warum die Zweitstimme über den ersten Platz entscheidet

Berlinerinnen und Berliner verfügen bei der Abgeordnetenhauswahl über eine Erst- und eine Zweitstimme. Mit der Erststimme wird eine Person im Wahlkreis gewählt. Die Zweitstimme gilt einer Partei und bestimmt nach den gesetzlichen Zuteilungsregeln wesentlich deren proportionalen Anteil an den Sitzen im Abgeordnetenhaus.

Für diese Prognose zählt deshalb nicht die Zahl der gewonnenen Wahlkreise. Eine Partei könnte mehr Direktmandate erhalten und dennoch bei den Zweitstimmen hinter einer Konkurrentin liegen. Umgekehrt kann eine Partei die meisten Zweitstimmen erzielen, ohne in jedem Teil Berlins besonders viele Wahlkreise zu gewinnen.

Berlin-Wahl am 20. September: Bleibt die CDU stärkste Kraft?

Auch die endgültige Größe einer Fraktion lässt sich nicht durch einen einfachen Prozentvergleich berechnen. Wahlrechtliche Hürden, Direktmandate und die gesetzliche Sitzverteilung müssen im amtlichen Verfahren berücksichtigt werden. Für den hier geprüften ersten Platz ist die Rechnung jedoch bewusst einfacher: Die absoluten beziehungsweise prozentual ausgewiesenen Zweitstimmen der CDU werden mit denen jeder anderen Partei verglichen.

Ein Beispiel für die Entscheidung

Erhielte die CDU 27 Prozent und die nächststärkste Partei 26,9 Prozent, wäre die Antwort JA. Kämen CDU und eine andere Partei beide auf exakt denselben höchsten Wert, wäre die Antwort NEIN. Gleichstand genügt der CDU nach der festgelegten Regel also nicht.

Die stärkste Fraktion hat Vorteile, aber keinen Regierungsanspruch

Der erste Platz besitzt politisches Gewicht. Die stärkste Fraktion verfügt in der Regel über mehr Mandate, Personal und Sichtbarkeit als kleinere Fraktionen. Ihr Wahlergebnis prägt die ersten Gespräche über rechnerisch und politisch mögliche Bündnisse. Eine starke Position kann außerdem den Anspruch stützen, das Amt der Regierenden Bürgermeisterin oder des Regierenden Bürgermeisters zu besetzen.

Automatisch entsteht daraus aber keine Regierungsführung. In einem parlamentarischen System benötigt eine Regierung eine tragfähige Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Wenn die erstplatzierte Partei keine passenden Partner findet, können andere Parteien gemeinsam eine Mehrheit bilden und den Senat tragen.

Deshalb beantworten zwei ähnlich klingende Fragen etwas Unterschiedliches:

  • Welche Partei erhält die meisten Zweitstimmen?
  • Welche Parteien einigen sich anschließend auf eine mehrheitsfähige Koalition?

Die Prognose betrifft ausschließlich die erste Frage. Selbst ein klares JA würde weder eine bestimmte Koalition noch die Besetzung des Regierungsamtes festlegen. Ein NEIN würde umgekehrt nicht ausschließen, dass die CDU an einer späteren Regierung beteiligt ist.

Welche Wege zu JA oder NEIN führen können

Ein JA setzt voraus, dass die CDU ihren Vorsprung gegenüber sämtlichen Konkurrenten bis zum endgültigen Ergebnis verteidigt. Das kann auch mit einem niedrigeren Stimmenanteil als 2023 gelingen, sofern alle anderen Parteien darunterbleiben. Die Schwelle ist also kein fester Prozentwert, sondern hängt vom Ergebnis der Konkurrenz ab.

Für ein NEIN gibt es mehrere Wege. Eine andere Partei kann die CDU überholen. Ebenso reicht ein Gleichstand auf dem höchsten Zweitstimmenwert. Denkbar ist außerdem, dass sich Stimmen zwischen mehreren Parteien neu verteilen und dadurch der Abstand an der Spitze stark schrumpft.

Berlin-Wahl am 20. September: Bleibt die CDU stärkste Kraft?

Welche Entwicklung tatsächlich eintritt, ist derzeit offen. Das Ergebnis von 2023 spricht für eine starke Ausgangsposition der CDU, liefert aber keine Gewissheit. Wahlbeteiligung, Mobilisierung in den Bezirken, landespolitische Konflikte und die Wahrnehmung der Spitzenkandidaturen können die Rangfolge beeinflussen.

Hochrechnungen am Wahlabend werden ein frühes Bild liefern. Weil sie sich im Verlauf der Auszählung verändern können, entscheiden sie die Prognose nicht. Dasselbe gilt für Nachwahlbefragungen, Medienberichte und das vorläufige Ergebnis.

Wohnen, Verkehr und Schulen prägen die politische Bedeutung

Der erste Platz ist mehr als eine statistische Rangfolge. Er beeinflusst, mit welchem politischen Gewicht eine Partei in Koalitionsgespräche geht und welche Themen sie dort besonders nachdrücklich vertreten kann. Für viele Berliner Haushalte dürfte entscheidend sein, welche Kompromisse aus diesen Gesprächen entstehen.

Beim Wohnen geht es unter anderem um Neubau, bezahlbare Mieten, landeseigene Wohnungsunternehmen und die Dauer von Genehmigungsverfahren. Im Verkehr treffen unterschiedliche Vorstellungen über den öffentlichen Nahverkehr, Radwege, Autoverkehr und die Aufteilung des Straßenraums aufeinander.

Auch Schulen und Verwaltung haben unmittelbare Alltagswirkung. Personal, Schulbau, digitale Verfahren, Bürgerämter und die Geschwindigkeit behördlicher Entscheidungen hängen von politischen Prioritäten und Haushaltsbeschlüssen ab. Bei der öffentlichen Sicherheit stehen unter anderem Polizeiausstattung, Prävention, Rettungsdienste und die Lage an stark belasteten Orten im Mittelpunkt.

Die stärkste Partei kann diese Verhandlungen prägen, aber nicht allein bestimmen. Ein Koalitionsvertrag entsteht durch Zugeständnisse zwischen Partnern. Deshalb lässt sich aus dem ersten Platz weder ein konkretes Wohnungsprogramm noch eine einzelne Verkehrsentscheidung direkt ableiten.

Das endgültige Ergebnis entscheidet die Prognose

Die Landeswahlleiterin für Berlin veröffentlicht Wahlbekanntmachungen sowie vorläufige und endgültige Ergebnisse. Aufgelöst wird die Prognose erst anhand des endgültigen amtlichen Zweitstimmenergebnisses für ganz Berlin.

Dabei gelten vier klare Grenzen:

  • Erststimmen und Direktmandate entscheiden die Frage nicht.
  • Umfragen vor dem Wahltag sind nur Momentaufnahmen.
  • Hochrechnungen und das vorläufige Ergebnis dienen nur der Einordnung.
  • Koalitionsverträge oder die spätere Wahl der Regierung verändern die Auflösung nicht.

Sollte das amtliche Endergebnis nach Prüfungen oder Korrekturen von den Zahlen des Wahlabends abweichen, ist ausschließlich die endgültig festgestellte Fassung maßgeblich. Der nächste entscheidende Blick gilt deshalb am und nach dem 20. September dem Berliner Wahlportal – zunächst für den Verlauf der Auszählung und später für die formelle Feststellung des Endergebnisses.

Quelle: Die Landeswahlleiterin für Berlin

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